| Galeriebesuch - Malerei von Arno Rink |
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Am Mittwoch, den 5.5.2010 gingen wir, die Klasse 6a, mit unserer Kunstlehrerin Frau Striegel, in die Galerie nach Leonberg. Hier bekamen wir zunächst eine Einführung von Frau Ossowski. Frau Ossowski verschaffte uns Klarheit über das Leben des Malers Arno Rink, der zurzeit in der Galerie seine Werke ausgestellt hat. Rink wurde 1940 in Schlotheim, das ist in Thüringen, geboren. Momentan malt und lebt er aber in Leipzig. Seine ersten zeichnerischen Versuche unternahm der Maler 1955-1958, als er in Mühlhausen (Thüringen) die Oberschule besuchte. Danach begann er ein Kunststudium an der Arbeiter- und Bauernfakultät Dresden. 1961 bewarb er sich dann erstmals an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, doch damals wurde er abgelehnt. 1962 bewarb er sich ein zweites Mal, dieses Mal war er dabei erfolgreich. Nachdem Rink dann sein Studium 1967 bei Professor Bernhard Heisig abgeschlossen hatte, war er freischaffend in Leipzig tätig. Zunächst arbeitete Rink 1969 als Aspirant bei Gerhard Eichhorn an seiner früheren Hochschule in Leipzig, 1972 nahm er dann seine Lehrtätigkeit auf und erhielt sogar eine Dozentur. Seitdem unternahm Rink viele Reisen, u.a. in die Sowjetunion, nach Italien, Indien, Kuba und auch mehrfach in die damalige Bundesrepublik Deutschland. 1978 bis 2005 übernahm er die Leitung für die Fachklasse für Malerei und Grafik, 1979 bekam er eine Professur und von 1978 bis 1994 begleitete er das Rektorenamt an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Von 1997 bis 2005 war Rink als Prorektor tätig, 2007 führte er die Meisterklasse weiter. Dies zur Biografie Rinks, doch nun wollen wir noch etwas über die Gemälde, die wir uns angeschaut haben, reden. 1. Gemälde – „Bedrohte Landschaft“
Dieses Gemälde wurde 1975 von Rink auf eine Holztafel gemalt. Das Gemälde zeigt nicht die Realität, sondern auch die Fantasie des Künstlers. Man kann erkennen, wie ein Wesen, das zu einem Drittel aus einer Fledermaus, zu einem Drittel aus einem Menschen bzw. Totenschädel und zu einem Drittel aus einer Maschine besteht über die Landschaft fliegt. Dieses Wesen zerstört die schöne Landschaft, über der es schwebt. In seinem Schatten stirbt alles ab. Nun könnte man denken, dass dieses Bild Hoffnungslosigkeit ausdrückt, doch dem ist nicht ganz so. Schaut man in die Tiefe des Bildes, nach hinten, erkennt man, dass dort wo der Schatten schon hinweg gezogen ist, wieder neues Leben entsteht. Hat Arno Rink das Gemälde gemalt, weil zu dieser Zeit Atomraketen aufgestellt wurden und er Angst vor ihnen hatte? Wollte er mit diesem Gemälde sagen: „Vorsicht, so zerstören wir unsere Welt, unsere Natur!“? Es gibt viele Interpretationsansätze. Dieses Thema wird immer aktuell bleiben, denn die Landschaft wird oft durch die Menschen gefährdet. Vielleicht könnte man heute die Ölkatastrophe in diesem Bild sehen oder ein Atomunglück. Andere sehen die Industrialisierung. Und was sehen Sie?
2. Gemälde- „Unterm Tuch“
Rink malte dieses Gemälde 2004 mit Öl auf Hartfaser. Beim näheren Betrachten erkennt man vier Personen: eine junge, leicht bekleidete Frau, einen älteren Mann mit einem roten Bademantel, der vielleicht für den Maler selbst steht, einen weiteren Mann, der im dunklen Hintergrund noch erkennbar ist und einen dritten Mann, der auf allen Vieren kriecht und grün bekleidet ist. Beim ersten Betrachten hat man Schwierigkeiten, sich zu orientieren. Was machen diese Menschen miteinander, was haben sie miteinander zu tun? Weshalb sieht man keine Köpfe? Muss der Maler Köpfe malen? Im übertragenen Sinne könnte Rink hier das Leben der Promis thematisiert haben. Diese haben ein schweres Leben. Sie können nichts tun und lassen, ohne dabei beobachtet zu werden. Voyeure verfolgen sie, durchleuchten die intimsten Details aus dem Privatleben. Dazu gehören natürlich auch die Beziehungen, die die Promis führen. Der Kriechende könnte also ein Journalist sein, der erbarmungslos in das Privatleben der Promis schnuppert und dieses noch veröffentlicht. Prominente haben keine Intimsphäre. Die Journalisten berichten über alles und schreiben sofort irgendwelche Storys, die sie dann in Zeitschriften gegen ein hohes Honorar veröffentlichen.
3. Gemälde – „Spanisches Stillleben“
Rink malte das „Spanische Stillleben“ 2002 mit Öl auf Leinwand.
4. Gemälde – „Die Nacht“
1988 malte Arno Rink das Bild „Die Nacht“ mit Öl auf Hartfaser. Dieses Gemälde ist ein sehr dramatisches. Es zeigt den Künstler selbst in einer für ihn sehr schweren und harten Zeit. Er stellt sich selbst nackt, mit einer Zigarette in der Hand, dar. Völlig abgemagert und mit Alkoholflaschen sitzt er in der Dunkelheit. An der seiner Seite erkennt man eine Verletzung in der Rippengegend. Diese Verletzung erinnert an Jesus, der meist in religiösen Darstellungen so gezeigt wird. Jesus wurde von einem Soldaten, nachdem er lange leidend am Kreuz gehangen hatte, in die Rippe gestochen. So konnte dieser feststellen, ob der Gekreuzigte noch am Leben war oder nicht. Was hat dies mit Arno Rink zu tun? Hatte er sich zu dieser Zeit schon selbst abgeschrieben? Hatte er gelitten? Im Hintergrund erkennt man Traumbilder des Künstlers. Man erkennt eine blonde Frau, die sich selbst befriedigt und einen Mann. Hat der Leidende seine Frau an diesen Mann verloren? Rechts unten kann man einen Hund erkennen, der die Zähne fletscht. Rink liebte seinen Hund über alles, es war sein bester Freund. Häufig malt Rink seinen Hund in seinen Gemälden. Hier leidet der beste Freund des Menschen mit seinem Herrchen. Als Rentner malt Rink nun öfters Landschaften wie: Leichter Wind (2005) Helle (2007) Sturz (2007) Untergang (2008)
Diese Bilder sind Landschaftsbilder, die Landschaft steht hier im Zentrum sie wird groß dargestellt. Die Menschen werden sehr klein dargestellt, man sieht sie kaum. Oft kann man den Maler selbst und seinen Hund erkennen. Diese Gemälde wirken leichter und freier. Man erkennt, dass es dem Künstler nun psychisch wieder besser geht. Vielleicht ist er nun sogar richtig glücklich?
Nun bin ich am Ende unserer Führung angelangt. Ich möchte mich noch einmal im Namen der ganzen Klasse bei Frau Ossowski für die tolle Führung bedanken. Vielleicht schaffen wir es ja öfters mal in die Galerie zu schauen. Uns hat es sehr gut gefallen.
Barbara Rettenmaier 6a |






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