Veranstaltungen 2011/2012 Vortrag Medizinethik
Vortrag Medizinethik

Das medizinisch-technisch Machbare ist nicht gleich das medizinisch-ethisch Vertretbare

Am Donnerstag, den 01.12.2011, fand um 20 Uhr im Atrium des ASG ein Vortrag von Herrn Dr. Dietrich Weller zum Thema „Ethische Konflikte in der Medizin statt“. Herr Dr. Weller zeigte seine Verbundenheit mit dem ASG als ehemaliger Schülersprecher der Schule und Mitglied des Freundeskreises durch eine kleine Laudatio auf drei ehemalige Lehrkräfte des ASG, di e ihn in besonderer Weise geprägt haben. Der Vortrag war seinen ehemaligen Deutsch-, Mathematik- und Lateinlehrern gewidmet.

 

 

Der Vortrag selbst klärte zunächst die beiden Begriffe Ethik und Moral, um von einer ethischen Definition auszugehen, die auch den Ärzten als Praktikern helfen könne: „Was sollen wir tun von den Dingen, die wir tun können und warum?“, so lautete die Grundlage dessen, was in Folge als ethische Dimension der medizinischen Probleme erkannt wurde.
Im Folgenden ging es „ans Eingemachte“, denn Herr Weller erklärte die zunächst abstrakt klingenden mittleren ethischen Prinzipien der Medizin, wie etwa das Recht auf Zustimmung und Ablehnung oder das Recht auf Auswahlmöglichkeiten, immer wieder anhand von sehr eindringlich und plastisch geschilderten Fallbeispielen aus seiner eigenen reichhaltigen Erfahrung vor allem als Palliativmediziner.
Diese Beispiele sorgten im Publikum für Betroffenheit und jeder stellte sich die wichtigsten medizinisch-ethischen Fragen bezogen auf sein eigenes Leben. Immer wieder erklärte Herr Dr. Weller anhand von verschiedenen Beispielen, dass das medizinisch-technisch Machbare nur eine Seite des Berufes als Arzt sein kann. Man müsse sich aber immer auch Gedanken über das medizinisch-ethisch Vertretbare machen, denn diese beiden Dinge stünden gerade in kritischen Momenten des Menschseins oft genug einander gegenüber. Und deswegen sei es die Pflicht des Arztes sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

 

 

Schließlich zeigte Herr Dr. Weller auf, wie viele ethische Konflikte es in der aktuellen medizinischen Landschaft gäbe, die unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren angehen müsse. Stellvertretend hierfür seien drei genannt, die auch in aktuellen Zusammenhängen beispielsweise innerhalb des Ethikunterrichts der Oberstufe in der Schule diskutiert werden: Organtransplantation, Präimplantationsdiagnostik, Sterbebegleitung oder aktive Sterbehilfe.

Auf die Frage einer Schülerin während der regen Diskussion am Ende des Abends, wie Herrn Dr. Wellers Position zum Thema Organtransplantation sei, antwortete dieser sehr differenziert und weise: „Man findet Argumente für die eine wie für die andere Seite. Und ich kann beide Seiten sehr gut verstehen. Mein Anliegen ist es, dass sich die Menschen für eine Seite entscheiden und diesen Willen dann fixieren. Damit fällt für jeden von uns eine große Last ab.“

 

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