Die Schwäbische Alb – durchlöchert wie ein Schweitzer Käse?
Die Klassen 6a und 6b machten sich am 15. September auf die Suche!
Das hatte nun wirklich noch keiner erlebt: Mit dem Bus fuhren wir vom Kraterrand langsam hinunter ins Zentrum des Vulkankraters. Wir, das waren die 6a und die 6b, sowie die Begleitlehrer: Frau Rammler, Herr Hübner und Frau Wegner.

Ins Kraterzentrum führte eine gut ausgebaute Ortsstraße, denn es handelt sich um einen ehemaligen Vulkan auf der Schwäbischen Alb, in dem das Dörfchen Zainingen liegt. Auf einer Schautafel konnte man gut erkennen, was die Wissenschaftler über dieses Gebiet herausgefunden hatten. Einer von über 300 Vulkanen der Alb war hier einmal ausgebrochen. Der Krater füllte sich dabei mit undurchlässigem Vulkanmaterial. Daher versickerte hier fast kein Wasser, auf das die Menschen auch in früheren Jahrhunderten dringend angewiesen waren. Unser Exkursionsziel, die Schwäbische Alb, ist von Natur aus ein Wassermangelgebiet. Im oberen weißen Jurakalk versickert Regenwasser sehr schnell. Die Menschen mussten sich früher so einiges einfallen lassen, um dort überhaupt leben zu können.
Dazu gehörten in den kleinen Dörfern auch die Hülen, man könnte sie als riesige Pfützen in der Dorfmitte bezeichnen, aus denen v.a. das Wasser für die Tiere stammte. Die Zainiger Hüle gehört zu den letzten, die „auf der Alb“ noch erhalten sind. Sie ist das Schmuckstück von Zainingen, liegt in einem Vulkankrater und bot uns einen idealen Platz, um erst einmal eine längere Pause einzulegen.
Bei herrlichem Wetter spielten die einen Ball, die anderen entdeckten alle möglichen Tiere im Wasser, wieder andere spazierten um die Hüle herum, die restlichen saßen beisammen und unterhielten sich.
Wir waren um 7.45 am ASG los gefahren und hatten nach ca. einer Stunde Fahrt die Schwäbische Alb vor Augen. Herr Hübner hielt uns fast die ganze Zeit im Bus kleine Vorträge. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und sollten dann für eine bestimmte Zeit mitschreiben, um am Ende einen Bericht zusammenzustellen.

Am Ersten Halt bei Neuffen ging es noch mehr um die Schwäbische Alb. Auf einem Parkplatz lagen riesige Gesteinsblöcke. Sie waren aus Braunjura. Braunjura ist die zweitoberste Gesteinsschicht der Alb. Herr Hübner träufelte Salzsäure auf die Brocken und es begann an diesen Stellen sofort heftig zu schäumen. Das zeigt, dass das Gestein sehr viel Kalk enthält. Zusätzlich ist im Braunjura aber auch viel Eisen enthalten, was diese leicht bräunliche Färbung hervorruft. Anschließend haben wir uns noch einen Vulkanschlot angesehen, danach eine Doline, zu der wir im Gänsemarsch über ein langes Feld stapfen mussten. Und schließlich landeten wir dann in Zainingen.

Danach sollte es noch spannender werden. Unser nächstes Ziel sollte eine „wilde“ Höhle sein. Wieder setzte uns der Bus nach kurzer Fahrt irgendwo ab. An einem kleinen Bach entlang führte uns der Weg plötzlich steil bergauf. Dann erblickten die ersten den gewaltigen, trichterförmigen Höhleneingang. Jetzt drängten alle nach. Die ersten liefen einfach in den Eingang hinein, der aber immer enger wurde. Wir waren überrascht, dass wir überhaupt in die Höhle vordringen konnten, denn es war stockdunkel. Außerdem lief uns gar kein Wasser entgegen, wie uns Herr Hübner gewarnt hatte. Es hatte so lange nicht geregnet, dass kaum Wasser in diese Höhle sickerte. Herr Hübner ging mit seiner großen Taschenlampe nach vorne, dahinter tasteten wir uns, fast schon kriechend weiter vor. Tausende kleiner Mücken umschwärmten uns dabei, es war schon fast ein bisschen unheimlich. Die Aufregung war bei allen spürbar. An einer Stelle führt ein mindestens 20m hoher, schmaler Kalkkamin nach oben. Nach ca. 30 Metern nahm aber das Wasser am Höhlenboden so zu, dass wir doch den Rückzug antreten mussten. Plötzlich hörten wir ein lautes „Platschen“, Herr Hübner war mit beiden Schuhen abgerutscht und voll ins Wasser getreten. Leicht fluchend ärgerte er sich über sich selber, da er extra große Stiefel dabei hatte, die er aber im Bus gelassen hatte.

Die meisten wollten auf dem Rückweg unten im felsigen Bach laufen, der ja auch kaum Wasser führte. Das konnte ja nicht gut gehen. Auf den letzten Metern passierte es dann, Julian, aus der 6a, rutschte auf einem moosigen Stein aus und war plötzlich von oben bis unten durchnässt. Der nahm das aber gar nicht so schlimm, er wurde von Frau Rammler und Frau Wegner versorgt und bekam am Bus von anderen Jungs trockene Klamotten geliehen.
So gab es im Bus auf der Fahrt zur nächsten Station auch einiges zu erzählen. Die nächste Station war der Uracher Wasserfall. So freudig wir den holprigen Pfad mit dem steilen Abhang hinunter trollten, so mühsam mussten wir uns ein dreiviertel Stunden später hier wieder hoch quälen.

Auch hier gab es natürlich wieder Erläuterungen und einen Versuch von Herrn Hübner.
Zum Abschluss wartete noch die Nebelhöhle auf uns. Auch diese Höhle war toll, die beiden Klassen trennten sich einige Meter und konnten dann diese Schauhöhle mit ihren schön angeleuchteten Tropfsteinen erkunden. Die Höhlenhallen waren übergroß, aber es gab auch sehr enge Stellen und dann noch das Versteck vom Grafen Ulrich, das auf sehr steilen Treppen zu entdecken war. In der letzten Halle flogen plötzlich völlig lautlos zwei Fledermäuse unter der Höhlendecke herum. Hier konnte man auch oben ein kleines Loch entdecken, an dem Tageslicht herein kam. Durch dieses Loch sollte die Höhle vor über 500 Jahren auch entdeckt worden sein.
Zufrieden, aber auch ganz schön erschöpft traten wir so gegen 17.00 Uhr die Heimfahrt nach Leonberg an.
Eindrücke vom „Schweitzer Käse“ bekamen wir ja auch tatsächlich genug.
von der 6a: Paulina, Simone, Julian
von der 6b: Natascha, Lisa, Julian
sowie Herr Hübner
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