Highlights Weihnachtskonzert 2011
Weihnachtskonzert 2011

Heiter schweben die Melodien herab


Ein Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 15.12.2011 von Gabriele Metsker

 

Die Musikensembles der Leonberger Gymnasien haben wunderbar auf Weihnachten eingestimmt.

 

 

Gemeinsames Singen gehört zu Weihnachten wie Tannenduft und selbst gebackene Plätzchen. Nicht umsonst hat daher das gemeinsame Konzert der Chöre und des Orchesters des Johannes-Kepler- und des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Tradition. Als Überschrift für das Konzert am Dienstagabend in der ausverkauften katholischen Kirche St. Johannes hatten die Mitwirkenden dieses Jahr "Von Königen, Hirten und Sternen" gewählt: ein abwechslungsreiches Programm mit viel schöner Musik und ansprechenden Ideen.

Die Blockflöten gleich zu Beginn auf der Orgelempore spielen zu lassen, war einer dieser gelungenen Einfälle. Judith Baars, die Leiterin der Blockflöten-AG des ASG, hatte Georg Friedrich Händels Hirtenmusik aus dem "Messias" für Blockflötenquartett und Orgel bearbeitet, und in diesem Arrangement schwebten die schlichten Melodien, sauber intoniert und gebettet auf dem kaum wahrnehmbar vibrierenden Orgelbass sanft hinunter ins Kirchenschiff. Festlich folgte darauf der Oberstufen- und Elternchor mit der a cappella vorgetragenen sechsstimmigen Motette "Machet die Tore weit" von Andreas Hammerschmidt. Besonders ansprechend waren hier die zahlreichen Fugati.

Weihnachtslieder aus aller Welt stimmten dann die Unterstufenchöre der beiden Gymnasien an. Einstudiert hatten die Lieder Petra Botsch und Theresa Nar. Die jungen Schüler sangen dabei couragiert die Texte zunächst in ihrer Originalsprache, dann in der deutschen Übersetzung. Das Publikum hörte auf diese Weise polnische, baskische, kroatische, ungarische und schwedische Verse. Interessant war es, den Charakter der jeweiligen Melodien zu vergleichen. Das polnische Lied klang zum Beispiel mit seiner schlichten Lieblichkeit nach leise rieselnden Schneeflocken und geheimnisvollen Tannenwäldern und erzählte von der Verkündigung.

Froh und leicht kam der baskische Gesang daher, der von der Krippe im Gebirge berichtete und in dem Harmonie und Melodik an deutsche Weihnachtslieder erinnerten. Zärtliche Muttergefühle der Jungfrau Maria waren im kroatischen Beitrag verarbeitet worden, zu der es eine hübsche, bewegte Flötenstimme gab. Auch die anderen Lieder wurden stets von den Flöten begleitet. Einen Hauch Melancholie steuerte das ungarische Lied bei, indem es vor um die Erlösung von der Sünde durch die Ankunft Jesu auf der Erde ging. Der Weihnachtsstern stand im Mittelpunkt des schwedischen Beitrags, bei dem man den berühmten "nordischen Ton" heraushören konnte.

Besonders berührend war das Adagio aus dem Oboenkonzert G-Dur von Karls Ditters von Dittersdorf. Der junge Solist Alexander Feile ließ keinen Zweifel daran, warum die Oboe so oft den Zusatz "d"Amore" bekommt. So ruhig und zärtlich ließ er sein Instrument sprechen, so behutsam, weise und freundlich, dass man sich fast vorstellen konnte, wie das Christkind den anbetenden Hirten begegnet sein mag. Umsichtig und sensibel begleitete ihn dabei das Orchester unter der Leitung von Inge Beuchert, die gemeinsam mit ihrem Mann Rolf das Schulorchester leitet.

Zwei Gesangssolistinnen gab es zu hören: Fenja Kanstinger, die mit den Chören und dem Orchester "Die Könige" von Peter Cornelius vorstellte. Haruna Yamazaki gestaltete die Solopartien für Sopran in der Kantate von Gottfried August Homilius "Ergreifet die Psalter, ihr christlichen Chöre". Ein gelungener Abschluss war der "Quempas" von Michael Praetorius, zu dem sich die Unterstufenchöre im Kirchenraum verteilen, so dass die vielen Stimmen aus unterschiedlichen Richtungen kamen, ehe sie sich im Gesamtklang mit den Erwachsenen und dem Orchester vereinten.

Vielen Dank an alle Mitwirkenden und hier noch einige Impressionen von diesem gelungenen Konzert:


 

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